<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Kurzgeschichte Archive - Sein und Lassen</title>
	<atom:link href="http://sein-und-lassen.com/category/kurzgeschichten/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://sein-und-lassen.com/category/kurzgeschichten/</link>
	<description>Vom Leben im Annahmezustand</description>
	<lastBuildDate>Wed, 17 Apr 2024 19:46:06 +0000</lastBuildDate>
	<language>de-DE</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=6.5.3</generator>
	<item>
		<title>Muttertag</title>
		<link>http://sein-und-lassen.com/kurzgeschichten/muttertag/</link>
					<comments>http://sein-und-lassen.com/kurzgeschichten/muttertag/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Theo]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 17 Apr 2024 19:46:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kurzgeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Kinder]]></category>
		<category><![CDATA[Scheitern]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://sein-und-lassen.com/?p=2189</guid>

					<description><![CDATA[<p>Ein Kind schreit. Augen auf, der Wecker zeigt acht Uhr fünfzehn. Mehr Ausschlafen wird das wohl nicht, also aufstehen, Kind schnappen, in die Küche tappen, Radio an, Kaffeemaschine an. Das halbe Ohr, das dem Beitrag im Radio lauscht, schlägt plötzlich Alarm, als das Wort Muttertag fällt. Nicht, dass ich Wert auf Aktionstage des Kapitalismus lege, [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="http://sein-und-lassen.com/kurzgeschichten/muttertag/">Muttertag</a> erschien zuerst auf <a href="http://sein-und-lassen.com">Sein und Lassen</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p></p>



<p>Ein Kind schreit. Augen auf, der Wecker zeigt acht Uhr fünfzehn. Mehr Ausschlafen wird das wohl nicht, also aufstehen, Kind schnappen, in die Küche tappen, Radio an, Kaffeemaschine an.</p>



<p>Das halbe Ohr, das dem Beitrag im Radio lauscht, schlägt plötzlich Alarm, als das Wort Muttertag fällt. Nicht, dass ich Wert auf Aktionstage des Kapitalismus lege, aber Blumen für die Madame sind immer eine gute Idee. Also schnell Kind eins und zwei zur Aufsicht auf Kind drei verdonnert und aufs Rad. Die mittlere schreit mir nach: &#8222;Geh zur Tulpenwiese, da kosten Tulpen nur 50 Cent.&#8220;</p>



<p>Das mache ich! Kaum 3 Minuten später komme ich am Selbstschneide-Acker an. Ein scharf gezeichneter Wolkenschatten rast darüber hinweg. Wo sonst hunderte von Tulpen bunt ihre Blüten der Sonne entgegen recken, sind heute kaum welche zu sehen &#8211; vor lauter Vätern, die wohl wie ich hoffen, ihre Holde mit ein paar bunten Blumen zu beeindrucken. Ein paar auf dem Boden kauernd, die meisten aber durch die Reihen streifend, die bunten Gewächse vor ihnen kritisch beäugend.&nbsp;</p>



<p>Am Eingang steht ein Tisch mit Messern, daneben das obligatorische graue Kassenstahlrohr, mit riesigen Schrauben an einem Mast verankert, der windschief aus einem Betonklotz ragt. Als ich mich nähere, werde ich Zeuge, wie sich zwei Väter bereits in Stellung bringen.&nbsp;</p>



<p>&#8222;Leg den Strauß wieder hin, den hat mein Sohn gepflückt.&#8220;&nbsp;</p>



<p>&#8222;Wenn Sie ein Problem haben, klären Sie das mit mir, nicht mit meiner Tochter.&#8220;&nbsp;</p>



<p>„Dann bringen Sie Ihrer Tochter bei, nicht zu klauen.“</p>



<p>Ich drehe mich schnell zum Blumenbeet. Offensichtlich wird das hier nicht einfach.&nbsp;</p>



<p>Beim Messer ist nur am Griff zu erkennen, welche Seite vor Jahren einmal scharf war. McGuiver-mäßig hebe ich einen Stein auf und wetze im Gehen das Messer daran, aber als ich genauer hinschaue, hat stattdessen das Messer eine Scharte in den weichen Stein geritzt. Das hier wird ganz sicher nicht einfach.&nbsp;</p>



<p>Die Tulpen sehen toll aus, rote, gelbe, weiße, lilane Blüten strahlen mich an. Als ich gerade die erste Blume abschneiden will, ruft neben mir ein Kind: &#8222;Papa, komm schnell her, hier ist noch eine ungeöffnete.&#8220; Ach so. Ich blicke über das Feld und bemerke erst jetzt, dass die meisten Tulpen so toll aussehen, weil deren Blüten bereits voll geöffnet sind. Hier und da liegen auch schon Blätter am Boden. Ich schaue zu dem Kind hinüber, aber das starrt mich bereits wütend an. Ihr wortloses &#8222;komm bloß nicht näher&#8220; lässt mich in eine andere Richtung lostappen.&nbsp;</p>



<p>Endlich finde ich eine erste Tulpe, die noch am Anfang der Blüte steht. Ich setze mein Messer an, knapp über dem Boden, da höre ich ein &#8222;Entschuldigung&#8220; von rechts. Ich drehe den Kopf. &#8222;Sie sind im Bild.&#8220; Ein Vater hat seine Tochter mitten ins Beet gesetzt, seitlich auf die Knie, mit dem bunt getupften Blumenstrauß in der Hand und einem zuckerklebrigen Lächeln im Gesicht. Es ist nicht passiert, wenn du kein Foto davon hast… Ich schneide schnell meine Tulpe und entferne mich.&nbsp;</p>



<p>Die nächste schnittwürdige Tulpe zu finden dauert keine 5 Minuten. Dort steht schon jemand, aber er schaut gottseidank in das Beet daneben. Als ich mich über die Tulpen bücke, macht er wohl dieselbe Bewegung, wir stoßen mit den Hintern aneinander und ich verliere das Gleichgewicht. Das Messer bohrt sich in die Erde, aber ohne Halt, die andere Hand versucht die erste Tulpe zu schützen und ich kippe vornüber ins Beet, wo ich auf allen vieren lande. Schadenbegutachtung: Unter meinen Knien starben links zwei, rechts eine Tulpe, die, die ich schneiden wollte, ist auch hin. Ich rappel mich auf, schnell weg hier. Gottseidank hat es keiner mitbekommen, nur der Typ hinter mir, und der liegt auch im Beet. </p>



<p>Nach einer viertel Stunde habe ich dreieinhalb Tulpen: eine große rote, deren Blüte schon ziemlich weit offen ist, eine gelbe, eine, deren Blüte noch komplett geschlossen ist, und eine lilane, die aber nur halb so groß ist wie die drei anderen. Die permanent an mir vorbei streichenden Männer schauen neidisch, manchmal wütend auf meine Ernte.&nbsp;</p>



<p>Es wird Zeit, wenn die Blumen noch am Bett übergeben werden sollen. Schnell schneide ich noch ein paar weit geöffnete Tulpen und ein paar depressive Kümmerlinge, halbhoch nur, dafür komplett geschlossen, und komme so auf etwa ein Dutzend. Jetzt schnell zurück. An der Kasse merke ich, dass ich kein Kleingeld einstecken habe und der kleinste Schein ein Zehner ist. Wütend stopfe ich ihn in den Schlitz, der nur für Münzen gemacht wurde, versuche den eineinhalbfachen Preis gegen das Lächeln meiner Frau aufzurechnen, und mache mich auf den Heimweg. Vor mir pflückt eine Frau einen Strauß dünner weißblühender Blumen am Wegrand. Das mache ich auch, denke ich. Pimp your flowers! Als ich die letzte Blume pflücke und um die Tulpen drapiere, trete ich in etwas Weiches. Scheiße.&nbsp;</p>



<p>Egal, schnell nach Hause, Schuhe vor die Tür und drei Sträuße für die Kinder eingeteilt, dann alle ins Schlafzimmer.&nbsp;</p>



<p>&#8222;Oh wie schön, toll, danke ihr Lieben. Was für hübsche Sträuße. Die dünnen Weißen sind ja toll.&#8220;&nbsp;</p>



<p>&#8222;Mensch Papi, da hättest du dir die Tulpen ja sparen können.&#8220;&nbsp;</p>



<p>Alles Gute zum Muttertag.&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a href="http://sein-und-lassen.com/kurzgeschichten/muttertag/">Muttertag</a> erschien zuerst auf <a href="http://sein-und-lassen.com">Sein und Lassen</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>http://sein-und-lassen.com/kurzgeschichten/muttertag/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Wie ich meinen Kindern das Wandern näherbrachte</title>
		<link>http://sein-und-lassen.com/kurzgeschichten/wie-ich-meinen-kindern-das-wandern-naeherbringe/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Theo]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 01 Jul 2020 07:28:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kurzgeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Kinder]]></category>
		<category><![CDATA[Wandern]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://sein-und-lassen.com/?p=75</guid>

					<description><![CDATA[<p>Wandertag. Showtime für jeden guten Familienvater. Hier trennt sich die Spreu vom Weizen, oder, wie man heute sagt: &#8222;separates boys from men&#8220;!Die Kinder brauchen mehr Auslauf, die Frau auch. Mir könnte es auch nicht schaden, wenn der Wohlstandsring etwas in seine Schranken verwiesen wird, aber was soll&#8217;s. Der deutsche Hirsch wächst in der Mitte! Immerhin [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="http://sein-und-lassen.com/kurzgeschichten/wie-ich-meinen-kindern-das-wandern-naeherbringe/">Wie ich meinen Kindern das Wandern näherbrachte</a> erschien zuerst auf <a href="http://sein-und-lassen.com">Sein und Lassen</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Wandertag. Showtime für jeden guten Familienvater. Hier trennt sich die Spreu vom Weizen, oder, wie man heute sagt: &#8222;separates boys from men&#8220;!<br>Die Kinder brauchen mehr Auslauf, die Frau auch. Mir könnte es auch nicht schaden, wenn der Wohlstandsring etwas in seine Schranken verwiesen wird, aber was soll&#8217;s. Der deutsche Hirsch wächst in der Mitte! Immerhin mal neue Wanderschuhe gekauft. <br>So. Als einzig Ortskundiger gleich mal den Rheingau ausgewählt. Das Kartenmaterial zu finden, damit man seinen Lieben die beste Route liefern kann, dauert kaum eine viertel Stunde. Bei meiner Rückkehr vom Suchen allerdings hat sich die Stimmung bereits gewandelt. Von gelangweilt zu genervt.<br>Kind 1: &#8222;Ich hab keine Lust.&#8220;<br>Kind 2: &#8222;Müssen wir da mit?&#8220;<br>Kind drei gluckst fröhlich, sie hat keine Ahnung, was sie erwartet. Ich allerdings auch nicht.<br>Ein paar Motivationssätze rausgehauen &#8211; &#8222;Na kommt schon.&#8220;, &#8222;Das wird lustig.&#8220;, &#8222;Wir fahren in einen Wald, da habt ihr bestimmt Spaß.&#8220; &#8211; Von der Rückbank eisiges Schweigen.<br>Anfahrt klappt, Parkplatz gefunden, Rucksäcke aus dem Auto und …<br>&#8222;Ich hab keine Lust, einen Rucksack zu tragen&#8220;, sagt der Große und zieht los.<br>Moment. &#8222;Nicht da lang. Ich will den anderen Weg gehen.&#8220;<br>&#8222;Nein. Ich will diesen Weg gehen.&#8220;<br>&#8222;Kennst du den denn?&#8220;<br>&#8222;Kennst du den anderen Weg?&#8220;<br>Er scheint mein Nein bereits aus meinem Gesicht zu lesen, dreht sich um und geht weiter. Ich stopfe hastig alle Rucksäcke in das Ablagefach des Kinderwagens, wuchte ihn aus dem Auto,werfe die Kleine hinein und eile, die Mittlere antreibend, hinterher.<br>Egal. If you can&#8217;t beat them, lead them. Ich lege einen Zahn zu, lasse die Mittlere bei meiner Frau zurück und renne über Stock und Stein förmlich an ihm vorbei, während die Kleine im Kinderwagen herumgeworfen wird wie eine Flipperkugel.<br>Und das völlig unnötig, wie ich wenige Sekunden später feststellen muss. Denn gerade als ich ihn überhole, hat ein nur mäßig runder Stein auf dem Boden seine volle Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Er stoppt abrupt, um die nächsten sechseinhalb Minuten diesen einen Stein zu erkunden. Ich versuche, aus inzwischen hundert Meter Entfernung die Herde wieder zu vereinen. Mein Geschrei vertreibt ein paar Vögel aus den umliegenden Bäumen, sonst passiert nichts.<br>Irgendwann haben sich alle wieder zusammen gefunden und tapsen hinter mir her. Meine Schuhe drücken. An einer Gabelung kann ich unbemerkt auf den von mir geplanten Weg wechseln. Der geht nun leicht bergauf, zwischen Tannen und Laubbäumen bricht gleisendes Sonnenlicht auf den Boden und lässt taufeuchte Farne und vermooste Baumstümpfe glitzern.<br>&#8222;Wann machen wir endlich Pause?&#8220;<br>&#8222;Pause? Wir sind gerade zehn Minuten unterwegs.&#8220;<br>&#8222;Und wie lange dauert das noch?&#8220;<br>&#8222;Die ganze Strecke? Zwei Stunden. Allerdings nicht, wenn ihr weiter …&#8220;<br>&#8222;Ooooh nein.&#8220;<br>&#8222;Waaaaaas? Das ist zu lang&#8220;.<br>&#8222;Ich will jetzt Pause machen.&#8220;<br>Meine Frau hat auch Hunger, und schon bin ich wieder in der Defensive.<br>&#8222;Na gut, nur noch um die Kurve, und dann suchen wir uns ein hübsches Plätzchen.&#8220;<br>Gegen heftigen Widerstand treibe ich die Meute hundert Meter, dann kann ich in letzter Sekunde einen umgestürzten Baumstamm als Rastplatz vorschlagen, bevor sich alle Teilnehmer unter zehn Jahren in die Totalverweigerung verabschieden.<br>Wir sitzen kaum fünf Minuten, da rennt der gerade noch völlig erschöpfte Große los.<br>&#8222;Da hinten sehe ich etwas. Das muss ich erkunden.&#8220; Weg ist er. Und die Mittlere rennt hinterher.<br>&#8222;Nicht so weit, wir wollen gleich weiter&#8220;, rufe ich noch. Ich kann nicht mal erkennen, ob sich ihr Tempo verlangsamt.<br>Meine Frau macht sich derweil auf den Weg, wir haben ja noch ein gutes Stück Weg vor uns. Ich rufe noch mal nach den beiden, dann folge ich meiner Frau mit dem Baby.<br>Kaum eine Minute später verschwindet sie hinter einer Biegung, von meinen zurück gebliebenen Kindern immer noch keine Spur. Ich rufe in den Wald, doch nichts schallt zurück. Sonntag mittag, ich stehe mitten im Rheingau und bin allein. Meine Füße schmerzen.<br>Nach einer viertel Stunde höre ich Schreie, angsterfüllt. Sie kommen näher, immerhin, und so rufe ich schnell zurück.<br>Als sie aufschließen, schlägt mir blanker Hass entgegen.<br>&#8222;Wieso wartet ihr nicht auf uns?&#8220;<br>&#8222;Ich habe doch gewartet.&#8220;<br>&#8222;Aber nicht am Rastplatz.&#8220;<br>&#8222;Ja, weil ich gesagt hatte, dass wir gleich weiter wollen.&#8220;<br>&#8222;Hast du nicht!&#8220;<br>&#8222;Hab ich do…&#8220;<br>&#8222;Wo ist Mama?&#8220;<br>&#8222;Weiter vorne.&#8220; Und schon schießen die beiden weg.<br>Als ich alle einhole, schlängelt sich der Weg bereits in Serpentinen auf eine noch nicht mal sichtbare Anhöhe. Meine Frau schaut mich immer häufiger zweifelnd an: &#8222;Ist das hier wirklich der richtige Weg?&#8220;.<br>Jetzt nur keine Zweifel aufkommen lassen. Ein Kind auf dem Arm, den Kinderwagen über Wurzeln rammend, treibe ich die beiden Großen vor mir her und verfluche heimlich mein Kartenmaterial. Meine Füße brennen. Oben lasse ich mir unbemerkt von Google Maps helfen.<br>&#8222;Da entlang&#8220;, zeige ich auf einen hübschen grasbewachsenen Weg, der sowohl abwärts, als auch Richtung Parkplatz führt.<br>Doch kaum sind wir weit genug weg vom Gipfel, als das es sich lohnte, umzukehren, verwandelt er sich in eine grüne Hölle.<br>Ich drücke den Mini schützend an meine Brust, während Zweige von links und rechts durch unsere Gesichter peitschen. &#8222;Das wird sicher gleich besser&#8220;, mache ich mir laut Mut.<br>Wird es nicht.<br>Im Gegenteil.<br>Nun liegt auch noch der Boden voller dicker Äste, sodass meine Frau den Kinderwagen tragen muss. Doch selbst dieser alte Wirtschaftspfad verliert sich kurz darauf. Im Nichts. Wir stehen mitten im Wald, zwischen alten Bäumen und jungen Schößlingen. Zurück hieße hunderte Meter bergauf übers Kleinholz, in allen anderen Richtungen kein Pfad in Sicht. Allein Google ist immer noch der Meinung, dass es sich um einen Weg handelt.<br>Durchhalten. An meinen Füßen lösen sich Hautlappen.<br>In einigen hundert Metern zeigt Maps einen querenden Hauptweg. Also einfach gradeaus. Ich stampfe voran: &#8222;Hier gehts lang&#8220;, und bete, dass der Hauptweg hält, was Google verspricht.<br>Die Kinder sind kurz vor der Apathie. Wenn von ihnen noch Lebenszeichen kommen, dann sind es Vorwürfe. Meine Frau deeskaliert, indem sie schweigt. Die Bäume stehen still, sie schämen sich für uns, wie wir orientierungslos zwischen ihnen durchstolpern. Dann endlich: Licht. Vor uns der Weg. Uns trennt nur noch ein Graben und ein Brombeergestrüpp von der Zivilisation.<br>Ich kämpfe mich geradeaus, drücke mit Armen und Beinen Dornen weg, bis ich nicht mehr weiterkomme. Bei dem Versuch, mich umzudrehen, verheddert sich meine Hose und ich stürze in die Beeren. In meinen Schuhen schwappt Blut.<br>Vom Weg höre ich Lachen.<br>&#8222;Paaapa, komm endlich.&#8220;<br>&#8222;Zwei Meter weiter links ist ein Pfad&#8220;, sekundiert meine Frau.<br>&#8222;Mama, ich geh niiiiiiie mehr Wandern&#8220;. Meine Frau nickt.</p>
<p>Der Beitrag <a href="http://sein-und-lassen.com/kurzgeschichten/wie-ich-meinen-kindern-das-wandern-naeherbringe/">Wie ich meinen Kindern das Wandern näherbrachte</a> erschien zuerst auf <a href="http://sein-und-lassen.com">Sein und Lassen</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Wie ich statt in einer Kneipe unter der Dusche landete</title>
		<link>http://sein-und-lassen.com/kurzgeschichten/wie-ich-statt-in-einer-kneipe-unter-der-dusche-landete/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Theo]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 03 Jun 2020 20:09:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kurzgeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Kinder]]></category>
		<category><![CDATA[Scheitern]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://sein-und-lassen.com/blog/?p=60</guid>

					<description><![CDATA[<p>Abendessen ist rum, ich bin noch voller Energie. Jetzt nur noch schnell die Kinder ins Bett und dann aber.„So, Kinder, Schlafenszeit, wir gehen hoch.“Das ist das Signal für den bis gerade eben ruhig essenden Großen, sich brüllend vom Platz zu erheben und die Kleinste aus dem Kinderstuhl zu wuchten. Er umgreift sie von hinten und [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="http://sein-und-lassen.com/kurzgeschichten/wie-ich-statt-in-einer-kneipe-unter-der-dusche-landete/">Wie ich statt in einer Kneipe unter der Dusche landete</a> erschien zuerst auf <a href="http://sein-und-lassen.com">Sein und Lassen</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Abendessen ist rum, ich bin noch voller Energie. Jetzt nur noch schnell die Kinder ins Bett und dann aber.<br>„So, Kinder, Schlafenszeit, wir gehen hoch.“<br>Das ist das Signal für den bis gerade eben ruhig essenden Großen, sich brüllend vom Platz zu erheben und die Kleinste aus dem Kinderstuhl zu wuchten. Er umgreift sie von hinten und zerrt sie halb nach oben, halb nach hinten. Ich sehe ihre weit aufgerissenen Augen.<br>„Lass sie. Nicht so. Zieh sie nicht nach hinten. Nicht. Nicht, herrgottnochmal“. Während meines Sermons schafft er es irgendwie, sie aus dem Stuhl zu befreien, ohne ihr beide Füße zu verstauchen. Wie war das: Keine Nicht-Botschaften? Verdammt. Beim nächsten Mal. Leider biegt er nicht ab ins Haus, sondern weiter Richtung Rasen, wo er seine Schwester arglos in die Nestschaukel wirft.<br>„Sie will schaukeln“, erklärt er und schubst los, dass sie hin- und hergeworfen wird wie ein Losestückgut-Frachter des letzten Jahrhunderts irgendwo in den Roaring Forties.<br>„Halt, hör auf“, ich schubse das Mittelkind vom Schoß und stürze zur Schaukel, um die Kleine zu retten. „Ihr sollt euch fertig machen, nicht schaukeln.“ Während ich noch die Kleine aus der Nestschaukel hebe, springt der Große bereits wieder von der Sitzschaukel, auf der er ein paar demonstrative Schwenks gemacht hat, brüllt zu seiner mittleren Schwester „Los, wir gehen rein“, und ab ist er.<br>Kleine schnappen und hinterher eilen: eine Bewegung.<br>Bereits vom Flur aus stelle ich fest, dass sie natürlich nicht am Zähneputzen sind. Die Kleine auf meinem Arm schaut sich suchend um. „Die haben sich in der Dusche versteckt, weil sie das lustig finden“, erkläre ich ihr. Sofort ertönt das Gekicher. Ich setze die Kleine ab und gehe zur Dusche, um die beiden rauszuholen.<br>„Zähneputzen sollt ihr, auf jetzt“, versuche ich Motivation zu verstreuen. Erfolg? Mäßig wäre massiv übertrieben. Sie schlurfen von der Dusche zu ihren Plätzen auf Toilette und Hocker in einer gefühlten Ewigkeit. Nicht, dass unser Bad groß wäre. Irgendwie schaffen Kinder so etwas wie ein gegenteiliges Wurmloch: Sie krümmen Raum und Zeit derart, dass sie kürzeste Distanzen in längster Zeitdauer durchqueren. Es sei denn, am Ende warten Süßigkeiten oder Fernsehen. Dann kommt aus dem Nichts ein Warp-Antrieb dazu….<br>Während die beiden also hartnäckig das Zähneputzen rauszögern, fällt mir auf, dass ich von der Kleinen seit über einer Minute nichts mehr gehört habt. Entweder ist sie also bereits tot, oder irgendetwas in unserem Haus muss gerade dran glauben.<br>Ich stürze in den Flur, und sehe, wie sie gerade das letzte Teil aus dem Wäschekorb zwischen den Streben des Treppengeländers nach unten fallen lässt. Unten türmen sich ehemals gefaltete frische Kleidungsstücke auf drei Stufen.<br>Ich schnappe sie und trage sie ins Bad, wo die beiden Großen natürlich immer noch nicht zähneputzen, sondern mittels geradezu römisch anmutender Wasserspiele das Bad in einen 360Grad-Nassbereich verwandelt haben.<br>„Herrgottnochmal, könnt ihr EINMAL einfach tun, was ihr sollt?“<br>Ich schnappe die grün-rosa Zahnbürste aus dem Becher, mache Zahnpasta drauf und fange an, der Kleinen die Zähne zu putzen. Gegen massiven Widerstand, versteht sich. „Mach mal Aaaah“, sage ich und merke, dass ich selbst kaum meine Zähne auseinander bekomme. Vorbild? Verdammt.<br>„Papa, das ist meine Zahnbürste“, klingt es vom Mittelkind leicht genervt-gelangweilt von hinten. „Was? Warum sagst du das nicht früher?“ „Ihre ist die rosa-grüne, weiß doch jeder.“ Aha. Verdammt.<br>Zahnbürste raus, andere Zahnbürste rein, gegen massiven usw.<br>„Und jetzt putzt eure Zähne, Herrschaftszeiten.“<br>Die Kleine ist fertig, mit dem Zähneputzen, mit dem Tag, mit mir. Sie tappelt los Richtung Schlafzimmer. Und schwupps, springt der Große vom Toilettendeckel, um sich ihr anzuschließen. Ich springe auf um ihn aufzuhalten, rutsche in einer der Wasserpfützen aus und knalle rücklings in die Dusche. Mein instinktiver Versuch, Halt zu finden, endet am Mischhebel, und aus dem ein-Quadratmeter-Ultra-Rainforrest-Humidity-Master rauscht Wasser auf mich hinab, in großen, weichen Tropfen.<br>Meine Seele zieht sich weinend in ihren Schutzraum zurück, mein Kopf schreit nach Whiskey, Cask Strength, während mein Großer,stampfend zum Rhythmus einer imaginären Marschmusik aus dem Bad schreitet und dabei aus „Asterix bei den Briten“ zitiert: „Er hat einen Normalzustand? Hat er?“</p>
<p>Der Beitrag <a href="http://sein-und-lassen.com/kurzgeschichten/wie-ich-statt-in-einer-kneipe-unter-der-dusche-landete/">Wie ich statt in einer Kneipe unter der Dusche landete</a> erschien zuerst auf <a href="http://sein-und-lassen.com">Sein und Lassen</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Wie ich mit Fünfzig noch einmal eine Unschuld verlor</title>
		<link>http://sein-und-lassen.com/kurzgeschichten/wie-ich-mit-fuenfzig-noch-einmal-eine-unschuld-verlor/</link>
					<comments>http://sein-und-lassen.com/kurzgeschichten/wie-ich-mit-fuenfzig-noch-einmal-eine-unschuld-verlor/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Theo]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 29 Oct 2019 20:03:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kurzgeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Scheitern]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://sein-und-lassen.com/blog/?p=54</guid>

					<description><![CDATA[<p>Sie war vermutlich meine erste große Liebe. Ich war vier oder fünf Jahre alt und total vernarrt in sie. Sie war Anfang 20, eine typische Schwedin, hieß Ann-Brit und hatte obligatorische blonde Haare. An mehr erinnerte ich mich nicht, aber das langte völlig, um das schöne Gefühl wachzurufen, das ich damals hatte. Meine Eltern hatten [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="http://sein-und-lassen.com/kurzgeschichten/wie-ich-mit-fuenfzig-noch-einmal-eine-unschuld-verlor/">Wie ich mit Fünfzig noch einmal eine Unschuld verlor</a> erschien zuerst auf <a href="http://sein-und-lassen.com">Sein und Lassen</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p></p>



<p>Sie war vermutlich meine erste große Liebe. Ich war vier oder fünf Jahre alt und total vernarrt in sie. Sie war Anfang 20, eine typische Schwedin, hieß Ann-Brit und hatte obligatorische blonde Haare. An mehr erinnerte ich mich nicht, aber das langte völlig, um das schöne Gefühl wachzurufen, das ich damals hatte. Meine Eltern hatten uns ein Puzzle besorgt, mit dem Motiv einer kleinen schwedischen Hafenstadt mit bunten Häusern in der Mitternachtssonne, und das puzzelte ich mit Ann-Brit, unserem schwedischen Au-Pair-Mädchen. An mehr Szenen mit ihr erinnerte ich mich ebenfalls nicht, aber auch das langte.<br>Zuvor hatten wir schon ein anderes Au-Pair-Mädchen gehabt. Genevieve hieß sie und stammte, wie der Name vermuten lässt, aus Frankreich. An sie habe ich keine Erinnerungen mehr. Meine Mutter erzählte manchmal von ihr, sie habe morgens immer in Unterwäsche Gymnastik im Garten unseres Reihenmittelhauses gemacht, was der Nachbar zur Linken immer gaffend verfolgt habe. „Mit Stielaugen am Fenster gestanden hat der.“ Woher sie das wusste, habe ich sie nie gefragt.<br>Es war Spätsommer und meine Mutter lag im Krankenhaus. Schlaganfall. Ich besuchte sie auf der Intensivstation, wo sie halbwach in einem Bett lag, in einem Krankenhausnachthemd und nur dünn von einem Laken bedeckt, sie, die doch dicke Decken immer so geliebt hatte. Ich nahm mir einen Stuhl und setzte mich. Am Metallrahmen blätterte der Chrom, im Kunstlederüberzug mäanderten Risse.<br>Um sie in ihrem Zustand und mit ihrer Demenz nicht zu strapazieren, hielt ich es für besser, nicht über ihren aktuellen Zustand zu sprechen, sondern ein lang vergangenes Thema zu wählen. Und da meine Au-Pair-Erinnerungen dünn waren, fragte ich sie nach Ann-Brit.<br>„Das schwedische Au-Pair-Mädchen? Na klar erinnere ich mich an sie.“<br>„War die vor Genevieve bei uns oder danach?“<br>„Danach natürlich.“<br>Aha. Das erklärte, warum meine Erinnerungen an Ann-Brit besser waren. Oder vielleicht war es doch mein stärkeres Interesse an ihr.<br>„Weißt du noch, wann die beiden bei uns waren?“<br>„Ach nein. Das ist so lange her.“<br>„Naja, an Ann-Brit erinnere ich mich noch gut.“ Wie gesagt, an das Gefühl.<br>„So?“ Ihre Stimme klang heiser. „Genevieve ist jeden Morgen in Unterwäsche im Garten herumgehopst. Da hat der von nebenan immer mit Stielaugen am Fenster gestanden.“<br>Wie ich schon sagte.<br>„Die war auch lange bei uns. Ann-Brit ja nicht.“<br>?<br>„Wieso? War die denn nicht genauso lange da? Au-Pair ist doch immer dasselbe.“<br>„Nö. Das ging irgendwann nicht mehr.“<br>Sie richtete sich etwas auf, schob sich die Kabel, die unter ihrem Nachthemd hervorkamen und in einem Gerät neben dem Bett wieder verschwanden, von der Schulter.<br>„Die Ann-Brit war im Kirchenchor. Der ist damals nach Worms gefahren für ein Probenwochenende. Und da hat sich wohl einer vom Orchester über sie hergemacht. Als sie Sonntags wieder zu uns kam, war sie völlig durcheinander. Hat nur geweint. Sie war dann noch ein paar Tage da, aber das ging dann nicht mehr. Dann kam ihr Bruder und hat sie zurück nach Schweden geholt.“<br>Der Baum vor dem Fenster schwankte im Wind. Es war dunkel geworden im Zimmer, das Deckenlicht war aus, nur das Flurlicht und die vielen Geräte hinter ihrem Bett leuchteten.<br>Ich sah hinaus und suchte etwas Himmel zwischen den Blättern. Im Bett lag meine Mutter, alt, müde, die Augen schon wieder geschlossen. Hier saß ich, mit einem Schlag älter geworden und trauriger. In meinem Kopf kämpfte ein Dutzend Fragen darum, zuerst gedacht zu werden, und Bilder erschienen. Von einer zwanzigjährigen Schwedin, die fröhlich nach Deutschland gekommen war um mit mir Schwedenpuzzles zu lösen, und zerstört nach Hause fuhr, ohne dass ich irgendetwas davon behalten hatte.<br>Glückliche Kindheit.</p>
<p>Der Beitrag <a href="http://sein-und-lassen.com/kurzgeschichten/wie-ich-mit-fuenfzig-noch-einmal-eine-unschuld-verlor/">Wie ich mit Fünfzig noch einmal eine Unschuld verlor</a> erschien zuerst auf <a href="http://sein-und-lassen.com">Sein und Lassen</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>http://sein-und-lassen.com/kurzgeschichten/wie-ich-mit-fuenfzig-noch-einmal-eine-unschuld-verlor/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Pool-Theater oder: Ich trinke Jägermeister, weil &#8230;</title>
		<link>http://sein-und-lassen.com/kurzgeschichten/pool-theater-oder-ich-trinke-jaegermeister-weil/</link>
					<comments>http://sein-und-lassen.com/kurzgeschichten/pool-theater-oder-ich-trinke-jaegermeister-weil/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Theo]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 17 Sep 2019 19:06:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kurzgeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Kinder]]></category>
		<category><![CDATA[Scheitern]]></category>
		<category><![CDATA[Urlaub]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://sein-und-lassen.com/blog/?p=56</guid>

					<description><![CDATA[<p>Pool-Theater oder: Ich trinke Jägermeister, weil &#8230; 1. Akt, 1. Szene, Poolbereich. Die Palmen werfen bereits lange Schatten. Ich: (stehend) In den Hausregeln steht, niemand dürfe eine Liege länger als 45 Minuten reservieren. Liege 1, meine Frau: Was? Naja, das würden die nicht kontrollieren. Ich: Das gäbe ja auch einen Aufstand. Die Liegenden würden sich [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="http://sein-und-lassen.com/kurzgeschichten/pool-theater-oder-ich-trinke-jaegermeister-weil/">Pool-Theater oder: Ich trinke Jägermeister, weil &#8230;</a> erschien zuerst auf <a href="http://sein-und-lassen.com">Sein und Lassen</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Pool-Theater oder: Ich trinke Jägermeister, weil &#8230;</p>



<p><strong>1. Akt, 1. Szene, Poolbereich. </strong><br>Die Palmen werfen bereits lange Schatten.</p>



<p><em>Ich: </em>(stehend) In den Hausregeln steht, niemand dürfe eine Liege länger als 45 Minuten reservieren.<br><br><em>Liege 1, meine Frau: </em>Was? Naja, das würden die nicht kontrollieren.<br><br><em>Ich</em>: Das gäbe ja auch einen Aufstand. Die Liegenden würden sich erheben.<br><br><em>Liege 1, meine Frau:</em> Ist aber auch albern. Ich nehme doch meine Sachen nicht mit, wenn ich zum Mittagessen gehe.<br><br><em>Ich</em>: Darum geht&#8217;s nicht. Manche gehen morgens vor dem Frühstück an den Pool und reservieren sich eine Liege für den Rest des Tages.<br><br><em>Liege 1, meine Frau: </em>Das macht doch keiner!<br><br><em>Ich</em>: (setze an)&#8230;<br><br><em>Liege 2, kleines süßes Mädchen:</em> Doch. Wir!<br><br><em>Liege 3, dicker alter Drache:</em> (der Kopf hebt sich nur unmaßgeblich vom elektronischen Device) Also Mia, du spinnst doch!<br><br>(Meine Frau und ich schauen uns grinsend an)<br><br><em>Liege 3, dicker alter Drache: </em>(der Kopf senkt sich bereits wieder) Du kannst gleich mal woanders hingehen. Sowas, also.<br><br>(Meine Frau beißt in den Buchrücken.)<br><br>(Ich ab durch die Mitte, Richtung Poolbar.)</p>



<p>Ich trinke Jägermeister, weil manche Leute Humor nicht erkennen, wenn man ihn innen auf ihre verspiegelten Ein-Euro-Piloten-Sonnenbrillen stempeln würde.</p>
<p>Der Beitrag <a href="http://sein-und-lassen.com/kurzgeschichten/pool-theater-oder-ich-trinke-jaegermeister-weil/">Pool-Theater oder: Ich trinke Jägermeister, weil &#8230;</a> erschien zuerst auf <a href="http://sein-und-lassen.com">Sein und Lassen</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>http://sein-und-lassen.com/kurzgeschichten/pool-theater-oder-ich-trinke-jaegermeister-weil/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Wieso ich in einem Zelt aufwachte, obwohl ich Campen nicht leiden kann</title>
		<link>http://sein-und-lassen.com/kurzgeschichten/wieso-ich-in-einem-zelt-aufwachte-obwohl-ich-campen-nicht-leiden-kann/</link>
					<comments>http://sein-und-lassen.com/kurzgeschichten/wieso-ich-in-einem-zelt-aufwachte-obwohl-ich-campen-nicht-leiden-kann/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Theo]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 08 Sep 2019 13:07:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kurzgeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Camping]]></category>
		<category><![CDATA[Kinder]]></category>
		<category><![CDATA[Scheitern]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://sein-und-lassen.com/blog/?p=58</guid>

					<description><![CDATA[<p>Meine Frau wollte mit den Kindern beim Kindergartenzelten mitmachen, ich nicht. Die Kinder freuten sich riesig drauf, also fahre ich Freitag nach einer harten Woche mit echter Männergrippe gefühlte zwei VW-Bus-Ladungen Zelte, Luftmatratzen, Decken, Kleidung, Abendessen, Frühstück und alles mögliche, was man für mehr oder minder notwendige Notfälle dabeihaben könnte, zusammen mit den Vieren zur [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="http://sein-und-lassen.com/kurzgeschichten/wieso-ich-in-einem-zelt-aufwachte-obwohl-ich-campen-nicht-leiden-kann/">Wieso ich in einem Zelt aufwachte, obwohl ich Campen nicht leiden kann</a> erschien zuerst auf <a href="http://sein-und-lassen.com">Sein und Lassen</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p></p>



<p>Meine Frau wollte mit den Kindern beim Kindergartenzelten mitmachen, ich nicht. Die Kinder freuten sich riesig drauf, also fahre ich Freitag nach einer harten Woche mit echter Männergrippe gefühlte zwei VW-Bus-Ladungen Zelte, Luftmatratzen, Decken, Kleidung, Abendessen, Frühstück und alles mögliche, was man für mehr oder minder notwendige Notfälle dabeihaben könnte, zusammen mit den Vieren zur Alten Ziegelei, wo man aber nicht aufs Gelände fahren darf, sondern davor abladen muss und dann mit einem völlig überladenen Bollerwagen fünf Minuten zum Zeltplatz latscht.<br>Also alles hingeschafft, Zelte aufgebaut, Luftmatratzen aufgeblasen, alles verstaut, meiner Frau und den Kindern tschüss gesagt. Schließlich will ich den Abend allein nutzen, um die Kinderschaukelfundamente einzugießen, meine zwanzig Lieblings-Science-Fiction und alle James-Bond-Filme zu sehen, und danach das 1000-Seiten-Buch zu Ende lesen, bei dem ich seit Wochen erst auf Seite 28 bin. Ambitioniert, aber na und? Also los: Baumarkt, Beton, bezahlen, heim. Das erste Fundamentloch ist gerade in perfekter Rundung ausgehoben, als das Telefon klingelt. „Der Große hat eine Platzwunde am Kopf. Du musst mit ihm ins Krankenhaus!“ Uff.<br>Also ins Auto, zur Ziegelei, davor geparkt, aufs Gelände gesprintet, den Sohnemann inspiziert. Guter Provisoriumsverband, keine Massen Blut, alles gut soweit. Mit ihm weinend zum Auto gelatscht, dann in die Klinik. Zwei Stunden warten, zwei Minuten Behandlung. „Ist er Tetanus-geimpft?“ „Keine Ahnung.“ „Sind Sie Impfgegner?“ „Öh, nö.“ „Dann ist er geimpft“. Super.<br>Sohnemann ins Auto, zur Ziegelei zurück die Familie abholen, vor dem Gelände geparkt, zum Zeltplatz gelatscht, wo der Junge dann sofort wieder spielen geht. Mit seinem Freund, der ihm den Ziegel an den Kopf geworfen hat. In blutverschmierten Klamotten. Passt für mich. Und meine Frau: „Na, wenn er dableiben will, dann bleiben wir auch.“ Passt ebenfalls. Für die Schaukel ist es inzwischen zu dunkel, aber es warten ja noch 44 Filme und 972 Seiten auf mich.<br>Paar Grillreste gefuttert, wieder zum Auto gelatscht, heim gefahren. Fernseher an. Kann mich nicht entscheiden, mit was ich anfangen soll, suche zwei Stunden und beginne dann mit einem SF, den ich gar nicht geplant hatte. Schlafe nach 30 Minuten auf der Couch.<br>Um halb zwei klingelt das Telefon, meine Frau: „Ich kann hier nicht schlafen und wecke dabei ständig das Baby, du musst uns abholen.“ Uff. Gottseidank noch angezogen, also schlaftrunken ins Auto, zur Ziegelei gefahren, zum Zeltplatz gelatscht, Frau und Baby abgeholt, zum Auto gelatscht. „Und die Großen?“ „Die holen wir jetzt.“ „Kannste nich machen. Mitten in der Nacht wecken und zum Auto schleppen. Außerdem ruinieren wir ihnen das Zelten.“ „Was denn sonst?“ Seufz. „Fahr du heim, ich bleib hier.“ Zum Zeltplatz gelatscht, Schlafsack und Isomatte aus Zelt eins in Zelt zwei zu den beiden Großen, hingelegt. Liege die nächsten vier Stunden schlaflos da.<br>Am Morgen werden die Reste von mir wach, als der Regen aufs Zelt trommelt.<br>Tolles Wochenende.</p>
<p>Der Beitrag <a href="http://sein-und-lassen.com/kurzgeschichten/wieso-ich-in-einem-zelt-aufwachte-obwohl-ich-campen-nicht-leiden-kann/">Wieso ich in einem Zelt aufwachte, obwohl ich Campen nicht leiden kann</a> erschien zuerst auf <a href="http://sein-und-lassen.com">Sein und Lassen</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>http://sein-und-lassen.com/kurzgeschichten/wieso-ich-in-einem-zelt-aufwachte-obwohl-ich-campen-nicht-leiden-kann/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
